Unsere Erzählprogramme – Persönlichkeiten

Die meisten Menschen denken bei dem Namen Matthias Claudius unwillkürlich an sein bekanntestes Lied. Jeder kennt es und sogar Deutschrock-Ikone Herbert Grönemeyer interpretiert es regelmäßig am Ende seiner Konzerte. Doch Claudius ist auch ein genialer und spitzzüngiger Satiriker, vom dem neben ernsten Werken auch manch hintersinniger Vierzeiler überliefert ist. In der „Franzosenzeit“ – so nannte man einst die napoleonische Epoche in Norddeutschland – ist er als „Wandsbecker Bote“ Sprachrohr einer bürgerlichen Gegenbewegung. WindWood & Co präsentieren deshalb nicht nur die bekannten Kirchenlieder des Dichters, sondern schildern auch den mühsamen Weg vom „verkrachten Studenten“ zu einem der führenden Köpfe der Hamburger Freimaurerloge bis hin zu einer radikalen Hinwendung zum konservativen Pietismus. Dass Claudius in einer der turbulentesten Zeiten der deutschen Geschichte lebte und seine Biografie das widerspiegelt, macht die Handlung noch spannen-der – ebenso wie die Tatsache, dass der Journalist und Bücherfreund Claudius im Sterben erleben darf, wie sein Schwiegersohn das deutsche Verlagswesen zu neuer Blüte führt.