Unsere Erzählprogramme – Persönlichkeiten

Die meisten Menschen denken bei dem Namen Matthias Claudius unwillkürlich an sein bekanntestes Lied. Jeder kennt es und sogar Deutschrock-Ikone Herbert Grönemeyer interpretiert es regelmäßig am Ende seiner Konzerte. Doch Claudius ist auch ein genialer und spitzzüngiger Satiriker, vom dem neben ernsten Werken auch manch hintersinniger Vierzeiler überliefert ist. In der „Franzosenzeit“ – so nannte man einst die napoleonische Epoche in Norddeutschland – ist er als „Wandsbecker Bote“ Sprachrohr einer bürgerlichen Gegenbewegung. WindWood & Co präsentieren deshalb nicht nur die bekannten Kirchenlieder des Dichters, sondern schildern auch den mühsamen Weg vom „verkrachten Studenten“ zu einem der führenden Köpfe der Hamburger Freimaurerloge bis hin zu einer radikalen Hinwendung zum konservativen Pietismus. Dass Claudius in einer der turbulentesten Zeiten der deutschen Geschichte lebte und seine Biografie das widerspiegelt, macht die Handlung noch spannen-der – ebenso wie die Tatsache, dass der Journalist und Bücherfreund Claudius im Sterben erleben darf, wie sein Schwiegersohn das deutsche Verlagswesen zu neuer Blüte führt.

 

Gäbe es ein Happy end – Hollywood hätte sich den Stoff garantiert gesichert! So aber können nur wenige Menschen mit dem Namen Henry Dunant etwas anfangen. Genau das hat den passionierten Geschichtenerzähler Andreas Schuss gereizt. Er widmet sein Leben der Recherche und der Präsentation von Biographien außer- gewöhnlicher Menschen. Mit großer Sachkenntnis, beeindruckendem Sprachwitz und Gespür für die großen Zusammenhänge zeichnet Schuss das Leben eines Menschen, der von Menschlichkeit und Nächstenliebe durchdrungen an der Gründung des CVJM Teil hatte und letzlich nach der Schlacht von Solferino zum Gründer des ROTEN KREUZ werden sollte. Am eigenen Leib würde Dunant aber Hass und Ungerechtigkeit erleben – Verletzungen, die auch die späte Rehabilitierung nur unzureichend heilen konnte.

Ein pointierter Vortrag über Henry Dunant ist allerdings noch nichts wirklich besonderes. Doch Schuss und seine Duopartnerin Vanessa Feilen verbinden die Textpassagen mit ebenso virtuosen wie unterhaltsamen Musikstücken, die immer auf die Geschichte Bezug nehmen. So erlebt das Publikum einen hochinteressanten Vortrag und gleichzeitig ein niveauvolles Konzert.

Das neunzigminütige Programm über Henry Dunant eignet sich hervorragend für die Öffentlichkeitsarbeit von Ortsvereinen, Kreis- und Landesverbänden. Es bietet eine wunderbare Möglichkeit auf die Geschichte, die Bedeutung und das Anliegen des roten Kreuz hinzuweisen. Dabei kann der Veranstaltungsrahmen von kleinen Vorträgen mit zwanzig Zuhörern bis zu großen Events mit mehreren hundert Gästen reichen. Denn Vanessa Feilen und Andreas Schuss agieren mit der Erfahrung aus über 1.000 Erzählkonzerten und stellen sich individuell auf Ihrer Veranstaltung ein.

Übrigens speziell für die Seniorenarbeit bietet das Duo eine verkürzte Programmversion mit knapp sechzig Minuten Spielzeit an.


Auch dem katholischen Sozialreformer Adolph Kolping haben WindWood & Co. ein Programm gewidmet. Es mag auf den ersten Blick kurios erscheinen, wenn sich zwei evangelische Christen mit diesem Thema beschäftigen. Doch für die beiden Künstler reicht Kolpings Bedeutung weit über die Konfessionsgrenzen hinaus. In einer Zeit, in der Egoismus und Gier vornehmliche Antriebsmotive einer sich immer mehr auflösenden Gesellschaft sind, braucht man Vorbilder die zeigen, wie sich Solidarität, Gemeinschaft und Gottver- trauen in einer modernen Welt leben läßt. Wer Kolpings Schriften liest, könnte glauben, dass er heute lebt – so brandaktuell sind seine Kommentare. Sein Vorbild, das aus gelebtem Christentum erwuchs, wieder mehr in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit zu stellen, ist das Anliegen dieses Programms.


John und Charles Wesley gelten als die Väter des Methodismus. Aber was verbirgt sich hinter dem Wort “Methodisten” und wer waren diese beiden ungleichen Brüder? Mit Sachkenntnis, Humor und viel musikalischer Virtuosität nimmt das Duo die Zuhörer mit auf eine Zeitreise. Dabei stehen natürlich die Lieder von Charles Wesley im Mittelpunkt, die Feilen und Schuss in wunderschöne Instrumentalbearbeitungen verpackt haben. Die vielfältigen Soloinstrumente (Panflöte, Querflöte, Saxophon, Klarinette, Gitarre, Harfe und Piano) sowie die eingängigen Arrangements lassen die alten Stücke in ganz neuem Glanz erstrahlen.

Zwischen den einzelnen Stücken läßt die die Erzählkunst von Andreas Schuss die damaligen Geschehnisse wieder lebendig werden und vermittelt ein anschauliches Bild aus den Anfangstagen der methodistischen Kirche. So erfahren die Zuhörer von der Rettung der Brüder aus dem brennenden Pfarrhaus, erleben John und Charles als Schüler und Student, begleiten die beiden nach Amerika und auf später auf Predigtreisen durch ganz England. Auch die privaten Glücksmomente und Niederlagen der Wesleys, ihr Ringen um den rechten Glauben und ihr soziales Engagement finden Platz in dieser spannenden Mischung aus Konzert und Erzählung. Das Programm “Sie nannten uns die Methodisten” hatte Anfang Februar 2008 in Pirmasens und Frankfurt Premiere und hat dort begeisterte Reaktionen hervorgerufen. So erklärte ein langjähriger Methodist, die Geschichte habe ihm seine Kirche “noch mal ganz neu lieb gemacht” und ein Geistlicher aus der evangelischen Landeskirche betonte, er habe auf extrem unterhaltsame Weise sehr viel über seine methodistischen Brüder und Schwestern gelernt.


Der Aristokrat Nikolaus Graf Zinzendorf ist nicht nur einer der bedeutensten, deutschsprachigen Kirchenlieddichter – er ist auch Gründer der Herrnhuter Brüdergemeine und eine schillernde, vielschichtige Persönlichkeit. Viele Menschen kennen die kleinen blauen Losungsbücher, die auf ihn zurückgehen oder den im Advent aus vielen Fenstern leuchtenden Herrnhuter Weihnachtsstern. Über Zinzendorf selbst und die aufregenden Gründerjahre sind die wenigsten Deutschen informiert.

Andreas Schuss, MultiInstrumentalist, “anstudierter” Theologe, Kabarettist und Geschichtenerzähler hat sich nun gemeinsam mit seiner Duopartnerin Vanessa Feilen aufgemacht, um das Zinzendorfbild seiner Landsleute aufzupolieren. Mit freier, lockerer Sprache, aber immer historisch korrekt zeichnet der Künstler das Bild eines Mannes, der einerseits Großes für den Glauben erreichte und sich mutig für Gott einsetzte, gleichzeitig aber die dunklen Seiten seiner Persönlichkeit nie ganz verstecken konnte. Die unterhaltsamen und informativen Texte werden durch wunderschöne Musik verbunden. Klassische Kompositionen, Choräle, Kalypsoklänge und eigene Kompositionen erklingen, gespielt auf faszinierenden Instrumenten wie Panflöte, Saxophon, Harfe, Klarinette, Piano, Kontrabass, Bouzuki, Harmonika, sowie Gitarre und Percussion. Besonders faszinierend ist die Fähigkeit der Künstler, teilweise mehrere Instrumente gleichzeitig zu spielen und so eine ungeheure Klangfülle zu erreichen.

Kaum jemand hat den christlichen Glauben so stark beeinflusst wie Franz von Assisi. Bis heute ist er einer der beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche. Sein Wandel vom reichen Snob zum armen Mönch fasziniert die Menschen ebenso wie seine Zuneigung zur gesamten Kreatur und seine Begeisterung für Musik und Poesie. In einer Zeit der Krisen und Umbrüche kämpfte er für die Rückbesinnung der Kirche auf die Botschaft Jesu. Vor allem war er aber ein Mensch, der in aller Konsequenz seinen Idealen und seinem Gott treu geblieben ist und uns damit ein Vorbild an religiöser Glaubwürdigkeit ist.

Zwischen den einzelnen Stücken präsentiert Schuss die Lebensgeschichte des heiligen Franziskus. Dabei erzählt er so plastisch, spannend und humorvoll, dass manche Zuhörer Zeit und Raum völlig ver-gessen. Das Konzept der Erzählkonzerte beinhaltet eine Kombination aus historisch und theologisch fundierter Erzählkunst, warmherzigem Humor und vielseitiger virtuoser Musik. Das Programm ist so aufgebaut, dass es für die ganze Gemeinde geeignet ist, also sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene und Senioren anspricht. Es eignet sich nicht nur als reines Konzert, sondern auch als besonderer Gottesdienst oder Kulturhighlight für Gemeindegruppen. Die Programmdauer lässt sich je nach Anlaß zwischen einer Stunde und neunzig Minuten variieren. Besondere technische oder räumliche Voraussetzungen werden nicht benötigt.

Im Jahr 2010 gedenkt die evangelische Christenheit dem 450. Todestages von Philipp Melanchthon. Das Siegener Spielmannsduo “Windwood & Co” alias Vanessa Feilen und Andreas Schuss hat zu diesem Anlass ein ganz besonderes Erzählkonzert konzipiert. Es trägt den Namen “Klein, Klug, Zäh – Melanchthon”.


Sie bezeichnen sich selbst gerne als die Spielleute Gottes. In mittelalterlicher Gewandung und einem Dutzend Instrumenten im Gepäck zieht das Instrumentalensemble “WindWood & Co” durch das Land, um den Menschen Geschichten über Gott und die Welt zu erzählen. “Erzählkonzerte” nennen die drei Musiker deshalb auch ihre eigenwillige Mischung aus freier Rede und virtuoser Musik. So läßt das Trio im aktuellen Programm das Leben Martin Luthers vor den Augen des Publikums lebendig werden.

Genau wie der große Reformator haben Vanessa Feilen, Jörn Pfeiffer und Andreas Schuss “dem Volk auf´s Maul geschaut” und präsentieren Luthers Biografie mit Verweisen auf aktuelle Geschehnisse. Und genau wie Luther wissen die drei Musiker um die Kraft bekannter Melodien.

Und so verbinden das Trio bekannte Choräle und beliebte klassische Melodien mit Elementen aus der Folkmusik. Das ganze geschieht komplett akustisch, in angenehmer Lautstärke und trotzdem unerhört “groovy”. Zum Einsatz kommen Panflöte, Querflöte, Saxophon, Klarinette, Harmonika, Harfe, Kontrabass, Bouzuki, akustische Gitarre, Piano und Cajon.

Ein absoluter Höhepunkt des Konzertes ist der Moment, an dem Andreas Schuss dann zur antiken Gitarrenlaute greift, um in klassischer Spielmannsmanier das evangelische Kirchenlied schlechthin “Ein feste Burg ist unser Gott” kraft- und schwungvoll zu intonieren.

Als das Feuer am geschundenen Leib des Delinquenten emporleckte, begannen die Zuschauer zu jubeln. Kalvin wendete sich ab – ihn ekelte das Schauspiel an. Doch eine Gestalt in dunkler Kutte versperrte ihm den Rückweg. Die Kapuze war so tief herunter gezogen, dass das Gesicht des Mannes verborgen blieb. ”Nun Magister Kalvin” begann der Fremde “ich hoffe Ihr hattet Euren Spaß an diesem Schauspiel Das göttliche Gebot der Nächstenliebe, scheint auch in Eurem Gottesstaat keine große Bedeutung zu haben” Noch ehe Kalvin zu einer scharfen Erwiederung ansetzen konnte war der Fremde verschwunden.

Mit dieser fiktiven Begegnung beginnt das neue Programm “Kalvin – der strenge Jurist Gottes” von Vanessa Feilen und Andreas Schuss. Basis der Geschichte ist die unfreiwillige Zusammenkunft des Reformators mit einer Gruppe von Spielleuten. Kalvin muß sich erklären und beginnt, zunächst wiederwillig, sein Leben zu erzählen. Als das Feuer im Lager der Musikanten niedergebrannt ist trennen sich die Wege der Protagonisten wieder und die Zuhörer haben einen tiefen Blick in die Biographie eines faszinierenden Mannes genommen.

Eigentlich eignet sich Johannes Kalvin schlecht für ein Spielmannsprogramm; war ihm doch das reisende Volk, die Instrumentalmusik und letzlich jede Form weltlicher Unterhaltung ein Greuel. Doch gerade der Kontrast zwischen den fröhlichen Tanzweisen der Spielleute, die Kalvins Rede immer wieder provokativ unterbrechen oder kommentieren, und dem verbissenen Ringen den richtigen Glauben gibt dem Programm seinen Reiz. Wenn sich Spielmann und Reformator am Ende umarmen und sich Gottes Segen wünschen, bleiben zwangsläufig viele Fragen offen. Dennoch deutet diese Geste Respekt und Liebe an, die auch an unterschiedlichen Positionen nicht scheitert. Somit steht Kalvin am Schluß des Programms als einer da, der mit seinem konsequenten und glaubwürdigen Lebensweg unser Handeln auch heute mit einem Fragezeichen versieht.